Deutschland - Pokal

   

               DEUTSCHLAND-POKAL

                 FÜR HOBBYLÄUFER

Ein Rittberger für jedermann - so könnte man den ersten "Deutschland-Pokal" für Hobbyläufer überschreiben, der am 20. Aril in Grimma ausgetragen wird. Von den Wettkampfsportlern oft nicht ganz ernst genommen, von Freizeitläufern ohne Ambitionen belächelt, führte der Hobbyläufer ein Eislaufleben zwischen den Welten. Bis die DEU auf ihrem vergangenen
Verbandstag "die Förderung des Breitensports" in ihre Satzung aufnahm. Und den Hobbyläufern eine Heimat gab.

"Ohne Breite, keine Spitze", erklärt DEU-Vorstandsmitglied Oliver Willikonsky aus Stuttgart, der in der DEU für den Breitensport zuständig ist. Für diese Verbindung steht allein schon der Name des sportlichen Leiters beim "Deutschland-Pokal": Falko Kirsten, Dritter der Junioren-WM 1980, fünfmal DDR-Meister bei den Herren. In den ersten "offenen sächsischen Meisterschaften für Hobbyläufer", die der Eissportverein Grimma unter seinem Präsidenten Matthias Hampe im vergangenen Jahr durchführte, erkannte die DEU einen guten Weg, Eiskunstlauf auf eine breitere Basis zu stellen. Der "Deutschland-Pokal" wurde geboren, durchgeführt von der DEU und dem Sächsischen Eissport-Verband. Die DEU investierte eine fünfstellige Summe in ihren Breitensport-Wettbewerb, verteilte Plakat für das Schwarze Brett an mehr als 400 Eissportvereine.

"Es gibt viele Leute, die ihre Begeisterung für den Eiskunstlauf erst entdecken, wenn es für eine sportliche Karriere zu spät ist", erklärt Hampe. "Sie gilt es an den Sport zu binden und ihnen durch Wettkämpfe einen Anreiz zu geben." Die Verbreitung des Eiskunstlauzfs nach dem Schneeball-Effekt.

Der Verein in Grimma ist selbst das beste Beispiel, denn gegründet wurde er vor drei Jahren von Hobbyläufern, die regelmässig trainieren wollten. Inzwischen arbeitet dort die Honorartrainerin Kerstin Zwicker, die ihnen Toeloop, Salchow, Pirouetten beibringt. Um im vergangenen Jahr in Grimma aufs Siegespodest zu kommen, mussten bei den Damen sogar Doppel Axel und Doppel Salchow präsentiert werden. Wer beim "Deutschlkand-Pokal" in der
leistungsorientierten Gruppe antreten wil, muss mindestens den einfach Axel beherrschen, dazu eine Pirouette mit Haltungswechsel oder Wechselpirouette oder eingesprungene Pirouette.

Die Perspektiven der Schützlinge der hauptamtlichen Trainierin in Grimma, Peggy Schwarz, reichen weit darüber hinaus. Die WM-Dritte m Paarlauf von 1998 trainiert die Kinder der Hobbyläufer und bereitet sie möglicherweise auf die Laufbahn vor, für die ihre Eltern zu spät auf das Eis kamen.

Der "Deutschland-Pokal" bietet als Wettbewerb Hobbyläufern zwischen 16 und 60 Jahren sportliche Herausforderunbg und Motivation, auch lange nach der aktiven Laufbahn oder als "Quereinsteiger" Sprünge, Pirouetten, Schritte zu trainieren. Bindet sie an ihren Sport und gibt ihnen ein neues Selbstgefühl auf Kufen: Sie sind "Eiskunstläufer" und nicht bloß "Schlittschuhläufer". In Berlin kümmert sich sogar Trainer-Prominenz um die Hobbyläufer: Heidemarie Walther-Steiner und Manuela Groß, die bei den Weltmeisterschaften 1970
(Walther-Steiner) und 1973 Bronze im Paarlauf gewannen.

Für Trainer wächst mit einer breiten Bewegung von Hobbysportlern ein Reservoir motivierter Läufer heran, die ihnen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten verschaffen. Besonders in den USA, aber auch in Frankreich ist dies längst ein blühendes Geschäft.

Die Wettbewerbsfelder beim "Deutschland-Pokal" sind in zwei Gruppen unterteilt.

A) Hobbyläufer (leistungsorientiert) für ehemalige Wettkampfläufer, deren aktive Laufbahn mindestens zehn Jahre zurück liegt.

B) Hobbyläufer, die Eiskunstlauf niemals als Leistungssport betrieben und bis zum 16.Lebenbsjahr nie mehr als drei Wochenstunden Training absolviert haben. Gestartet wird in drei Altersklassen (16-20, 20-35, 35-60 Jahre) in den Disziplinen Einzellauf (eine Kür von 2:30 bis 3:30 Minuten), Interpretationskür (Einzel), Paarlauf, Eistanz, Synchron-Eiskunstlauf. Die größte Attraktivität dürfte wie im vergangenen Jahr in Grimma abermals der Interpretations-Wettbewerb sein. Das Motto aber wird von dem zur Zeit noch einzigen Team von Hobbyläufern im Synchron-Eiskunstlauf vorgegeben: Es kommt aus Berlin und heißt "Nice Time". It´s "ice time".